Gott der Allmächtige. Oder doch nicht? Jede
Religion hat ihr eigenes Gottesbild. Die
Vorstellungen vom Herrn unterscheiden sich stark.

von Laura Marsch

Über 80 Prozent der Menschen auf der Welt sind religiös. Sie glauben an ganz unterschiedliche Religionen und verschiedene Götter.
Fünf Menschen aus den fünf Weltreligionen haben erzählt, was für sie Religion bedeutet.

 

Eine Religion unterscheidet sich in ihrer Heiligen Schrift, in ihren Traditionen und von ihren Gottesbildern. Der Islam, das Christentum und das Judentum sprechen von nur einem Gott. Sie gelten als monotheistische Religionen. Der Hinduismus hat hingegen viele Götter. Andere Religionen streiten noch darüber, ob ihr Vorbild überhaupt eine Gottesfigur ist.

 

 

 

Du sollst dir kein Bildnis von ihm machen
Die Christen glauben an einen Gott, der sich in Jesu Christi offenbarte. Gott wird als „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ bezeichnet. An manchen Textstellen in der Bibel wird er mit menschlichen Zügen beschrieben. Doch die Gläubigen sind dazu angehalten, sich kein genaues Bild von ihm zu machen. Zu seinen Eigenschaften gehört, dass er barmherzig, gnädig, gerecht und allmächtig ist. Die meisten Menschen auf der Welt sind Christen. Die geschätzte Zahl liegt bei über 2,3 Milliarden. Vor allem in Europa, Mittel- und Südamerika, Afrika und im Pazifik sind sie die Mehrheit. Nur im asiatischen Raum gehören sie zur Minderheit.

 

 

 

 

Das auserwählte Volk Israel

Gott wählte vor über 2.000 Jahren Israel als sein Volk aus. Auch heute ist deshalb ein Jude automatisch Israeli und kann den israelischen Pass halten. Laut der Tora kann jemand nur Jude sein, der auch zum jüdischen Volk gehört. Die Mitgliedschaft zum Judentum wird über die Mutter übertragen. Nur wer eine jüdische Mutter hat, kann nach der strikten Auslegung, Jude sein. Im Judentum hat Gott keine körperlichen Eigenschaften. Er verlangt von seinen Glaubensmitgliedern, sich strikt an die Tora und die zehn Gebote zu halten. Er wird als strenger Richter beschrieben, der allwissend ist und als allgegenwärtig gilt. Die Juden leben vor allem in Israel und den USA. Große Gemeinschaften gibt es auch in Frankreich, Kanada, Großbritannien und Russland. Insgesamt gibt es etwas über 14 Millionen Juden weltweit.

 

 

 

 

Er ist Allah, der Einzige
Im Islam wird Gott “Allah” genannt. Die Moslems dürfen nur an ihn glauben. Alle anderen Menschen werden als Ungläubige bezeichnet. Die Beziehung zwischen dem Menschen und Allah ist sehr hierarchisch. Die Menschen sollen sich ihrem Herrn unterwerfen, seinen Worten und Gesetzen folgen. Er wird als eine sehr starke Persönlichkeit dargestellt, die in Mohammed seinen Propheten gefunden hat. Als Mensch wird er nicht beschrieben, so kann er beispielweise ohne Zungen und ohne Lippen eine universelle Sprache sprechen. Allerdings kann er hören und ist  allgegenwärtig. Muslime leben insbesondere in Nordafrika und in der arabischen Welt. 1,8 Milliarden Menschen sollen an Allah glauben.

 

 

 

 

Den Einen gibt es nicht
Abhängig von der Glaubensgemeinschaft verehren die Hindus unterschiedliche Götter. Über 3.000 Götter soll es geben. Die genaue Zahl kennt keiner. Die meisten Hindus glauben an einen dieser drei Hauptgötter: Brahma, Vishnu und Shiva. Ihre Geschichten stehen in Sagen. Darin werden ihre unterschiedlichen Aufgaben beschrieben, für die sie verantwortlich sind. Shiva kümmert sich um die Erlösung des Menschen. Vishnu ist der Held und Abenteurer. Brahma verkörpert das absolute Sein. Die einzelnen Götter haben ihre Heiligen, ihre Traditionen und Meditationslehren. Die Hindus gehören zu der drittgrößten Glaubensgemeinschaft in der Welt und leben vor allem in Indien. Ihre Mitgliederzahl wird auf 1,1 Milliarden geschätzt.

 

 

 

 

Ist Buddha ein Gott?
Ob Buddha eine Gottesfigur ist, darüber streiten sich die Gläubigen. Für viele hat er eine Vorbildfunktion und ist Lehrer. Denn er hat den Weg der Erleuchtung erfolgreich bestritten. Buddha gibt den Gläubigen deshalb viele Hinweise, wie sie es schaffen können am Ende ihres Lebens auch die Erleuchtung zu erfahren. Durch seine Tipps wird verständlich, wer Buddha war: Großzügig, geduldig, weise, liebevoll und er meditierte viel. Weltweit leben 500 Millionen Buddhisten auf der Welt. Die meisten von ihnen in Süd- und Ostasien.

 

 

 

Verteilung Weltreligion im Vergleich
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Quellen: Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, Pew Research Institute

Nicht alle Menschen sind davon überzeugt, dass es ein übergeordnetes Wesen gibt. Andere glauben daran, dass es etwas gibt, können dieses Wesen aber nicht benennen. Da im 21. Jahrhundert niemand Gott persönlich begegnet ist, bleibt die Frage wie er aussieht, ob es mehrere gibt und welche Eigenschaften er inne hat, weiterhin mystisch.

 

Bildrechte: Alle Symbolbilder der fünf Weltreligionen stammen von Wikipedia Commons.